Wohnen

Die Suche nach einer Wohnung in Deutschland kann sehr zeitaufwendig sein. Bevor Sie sich auf die Wohnungssuche begeben, überlegen Sie sich, wie Sie sich Ihre Wohnung vorstellen. Wollen Sie eine Wohnung kaufen oder erstmal zu Miete wohnen? Wie groß sollte die Wohnung sein? Wie viel wollen Sie zahlen? Und überhaupt, wie findet man in Deutschland eine Wohnung?

 

Wohnungssuche

Angebote finden Sie im Internet, in Tageszeitungen und Immobilien-Maklern. Bei letzteren helfen Ihnen Makler bei der zielgenauen Suche Ihrer neuen Wohnung. Diese können dann entweder direkt beim Eigentümer oder Verwalter gemietet werden. Für die erfolgreiche Vermittlung einer Immobilie fallen teilweise Maklerprovisionen an. Diese Provision oder „Gebühr für den Mieter“ darf nur zwei Monatsmieten betragen, ohne Nebenkostenvorauszahlung, plus Mehrwertsteuer. Es ist weit verbreitet, dass der Makler oder Vermieter Sie auffordert, Ihre finanzielle Situation offenzulegen. Dies kann z.B. mit einer Kopie Ihres Arbeitsvertrages, oder Lohnabrechnungen bzw. Kontoständen geschehen. So sichert man sich ab, dass Sie sich die Miete für die gewünschte Wohnung langfristig leisten können.

 

Mietverträge

Egal ob Sie eine Wohnung oder ein ganzes Haus mieten bzw. kaufen, es sollte immer ein schriftlicher Vertrag zwischen den beteiligten Parteien (Ihnen und dem Vermieter oder Verkäufer) abgeschlossen werden.

Unbefristeter Mietvertrag: Dies ist der gängigste Mietvertrag. Das Mietverhältnis läuft auf unbestimmte Zeit. Ein bestimmtes Vertragsende (z.B. Einjahresvertrag) ist nicht vorgesehen. Für Mieter gilt in der Regel eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Für Vermieter gelten Kündigungsfristen, je nach Wohndauer, zwischen drei und neun Monaten. Will der Vermieter den Vertrag kündigen, braucht er einen gesetzlich anerkannten Kündigungsgrund, zum Beispiel zum „Eigenbedarf“.

Zeitmietvertrag: Ein Mietvertrag, in dem das Vertrags-/ Mietende von vornherein festgelegt wird. Während der Laufzeit des Vertrages können Vermieter oder Mieter nicht kündigen (Ausnahme: Fristlose Kündigung). Heute gibt es praktisch nur noch den so genannten qualifizierten Zeitmietvertrag. Hier muss bei Vertragsabschluss im Mietvertrag ein Befristungsgrund vereinbart werden (zum Beispiel „Eigenbedarf“), so dass der Vertrag zum Schutz des Mieters nicht beliebig verlängert werden kann.

Mietkaution: Bei Abschluss des Mietvertrages zahlen Sie in Deutschland eine Mietkaution in Höhe von zwei bis drei Monats-Kaltmieten. Die Zahlung einer Mietkaution ist in Deutschland üblich. Die Höhe der Mietkaution kann variieren, es gibt jedoch eine absolute Obergrenze: mehr als drei Monatsmieten (ohne Nebenkostenvorauszahlung) darf der Vermieter nicht fordern. Die Kaution ist bei Beginn des Mietverhältnisses fällig. Nach Beendigung des Mietverhältnisses muss der Vermieter, wenn er keine Ansprüche mehr gegenüber dem Mieter hat, den Kautionsbetrag inklusive Zinsen zurückzahlen.

Hausratversicherung: Unabhängig davon, ob sie vom Vermieter verlangt wird oder nicht, sollte jeder Mieter über eine Hausratversicherung verfügen. Die Hausratversicherung bietet für Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände eines Haushaltes (Hausrat) Versicherungsschutz. Nahezu alle beweglichen Sachen im Haushalt des Versicherungsnehmers versichert. Dazu gehören beispielsweise Möbel, Haushaltselektronik, Kleidung und Nahrungsmittel. Diese Gegenstände werden gegen Schäden versichert, die durch folgende Begebenheiten entstanden sind: Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus. Den genauen Umfang der Versicherung sowie weitere Regelungen sollten Sie bei einem Beratungsgespräch bei einer Versicherung Ihrer Wahl erfragen.

Rundfunkbeitrag: In Deutschland besteht die Pflicht, einen Beitrag zur Finanzierung der staatlichen Rundfunksender (Radio und Fernsehen) zu zahlen. Dabei gilt der Grundsatz, dass für jede Wohnung ein Beitrag zu zahlen ist (unabhängig von der Anzahl der Bewohner und der Empfangsgeräte). Dabei ist es unbeachtlich ob öffentliche oder private Sender empfangen werden. Wohnungswechsel müssen bei „Beitragsservice ARD ZDF Deutschlandradio“ gemeldet werden.

Nebenkosten

Neben der (Kalt-)Miete fallen andere Kosten – sogenannte Nebenkosten – wie Heizung, Wasser, Abwasser, Grundsteuer, Fahrstuhl, Hausreinigung, Gartenpflege, Beleuchtung, Schornsteinreinigung, Versicherungen, Hausmeister, Gemeinschaftsantenne, Wascheinrichtungen, etc. an. Diese Kosten muss der Mieter zusätzlich zur Miete zahlen, wenn dies im Mietvertrag vereinbart ist. Fragen Sie daher unbedingt bei Wohnungsbesichtigungen nach, was im Mietpreis inbegriffen ist, um eine genaue Kostenvorstellung zu haben.

Kostenumfang: Diese Nebenkosten werden nach einem bestimmten Verteilerschlüssel auf die Mieter des Hauses umgelegt (entweder nach Kopfzahl oder nach Wohnfläche). Erfahrungsgemäß muss mit Nebenkosten in Höhe von 2-3 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Wird der Mietpreis mit dem Zusatzwort „warm“ angegeben, dann beinhaltet der Preis die Heizkosten. Ansonsten spricht man über „Kaltmiete“, d.h., die Heizungskosten als Nebenkosten werden gesondert abgerechnet. Sofern die Müllgebühren nicht in den Nebenkosten enthalten sind, können für einen Vierpersonen-Haushalt nochmal zusätzliche Kosten in 150-200 Euro pro Jahr, je nach Abfallmenge, anfallen.

Strom und Gas: Wird die Strom- und Gasversorgung nicht unter den Bestimmungen für die Nebenkosten beim Mietvertrag umfasst, dann muss sich der Mieter selbst um die Anmeldung und Abwicklung kümmern. Zahlreiche Strom- und Gasanbieter stehen zur Verfügung. Die Anmeldung bei einigen Anbietern erfolgt ausschließlich per Internet. Die Zahlung der Strom- und Gasversorgung erfolgt in der Regel monatlich und wird auf der Grundlage einer Schätzung des jährlichen Verbrauchs im Haushalt berechnet. Die Berechnung des exakten Verbrauchs wird in der Jahresendrechnung dargestellt. Das Ergebnis ist entweder eine Nachzahlung an den Strom- und Gasanbieter oder eine Gutschrift/ Rückzahlung für den Verbraucher. Die Zahlung des monatlichen Abschlags erfolgt entweder durch eine Überweisung oder durch das Lastschriftverfahren (der Anbieter darf das Geld aus dem Bankkonto des Verbrauchers einziehen).

Mülltrennung: In Deutschland wird sehr viel Wert auf Mülltrennung gelegt. So gibt es verschiedene Tonnen, die für verschiedene Inhalte gedacht ist. Sie können auf dem jeweiligen Deckel der Tonne eine Erklärung sehen, wie Sie den Müll korrekt entsorgen müssen. Das System ist nicht ganz einfach, und bei vorsätzlich falscher Müllentsorgung drohen Geldstrafen – daher fragen Sie im Zweifelsfall lieber Ihre Nachbarn, oder das Team des Welcome Centers Rhein-Neckar, wenn Ihnen das Prinzip der Mülltrennung undeutlich ist.

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Quelle: Welcome Center Neckar-Alb